Skip to main content

Wettbüro Sterben in Großbritannien

Flagge Vereinigtes KönigreichDie Big Player im britischen Wettbusiness rechnen mit einer regelrechten Entlassungswelle aufgrund von Geschäftsschließungen im Laufe der nächsten zwei Jahre. Die Betreiber der typisch englischen Wettstuben, die landesweit vielerorts seit Jahrzehnten einen festen Bestandteil des innerstädtischen Bereichs darstellen, stehen in großer Anzahl vor dem Aus. Die Ursachen sind zurückzuführen auf die seit dem 1. April 2019 in Kraft getretenen Einsatzlimits an den FOBT-Wettterminals.

Wie große ist das wirtschaftliche Ausmaß der Schließungen?

Um sich ein Bild machen zu können, in welchem Umfang die Schließung von hunderten Wettbüros von vollzogen werden könnte, ist es wichtig, einen Blick auf die Zahlen zu werfen. Allein die Marken der beiden namhaften Wettunternehmen GVC Holdings und William Hill betreiben zusammen weit mehr als 5.500 Wettannahmestellen im stationären Bereich.

Davon gehören über 3.300 Wettgeschäfte zu GVC und werden unter den Marken Coral und Ladbrokes betrieben. Im Raum stehen aktuell Geschäftsschließungen von ungefähr 900 Wettbüros der beiden Anbieter. Der Traditionsbuchmacher William Hill mit seiner annähernd 100-jährigen Firmengeschichte und gut 2.300 Wettfilialen rechnet damit, in Großbritannien bis zu 700 Filialen im Laufe des nächsten Jahres schließen zu müssen.

Wie viele Arbeitsplätze dadurch wegfallen werden, dazu sind noch keine exakten Prognosen möglich, da die Konzerne versuchen werden einen Teil der Mitarbeiter anderweitig unterzubringen. Allerdings gehen Analysten davon aus, dass zwischen 9.000 und 15.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren könnten. Beim beliebten schwedischen Buchmacher Betsson hingegen kannst Du direkt loslegen und mithilfe der exorbitanten Startprämie risikofrei Deine ersten Wetten von Deutschland aus platzieren.


Betsson getestet

Online-Plattformen als Auffanglager für Angestellte der Wettbüros

Den renommierten Unternehmen aus der Wettbranche fällt diese Entscheidung keinesfalls leicht. Man will in jedem Fall versuchen, die Zahl der Entlassungen durch Umschichtungen innerhalb der Unternehmensgruppe zu minimieren und gleichzeitig über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Entlassungsbedingungen anbieten.

Die Hochrechnungen innerhalb der GVC Holdings belaufen sich bei einem Filialnetzwerk aus gut 3.350 kleineren und größeren Wettbüros auf über 26 Prozent aller stationären Geschäfte, denen die Schließung droht. Nach den Bekanntgaben von William Hill, Betfred, Betfair und der GVC Holdings wird geschätzt, dass ein Viertel der britischen Wettbüros schließen könnte und damit über 15.000 Arbeitsplätze gefährdet sind. Der ehemalige britische Sportminister Tracey Crouch bezog ebenso Stellung zu den offenkundig immensen wirtschaftlichen Folgen, die mit einer Entlassungswelle einhergehen würden.

Aus politischer Sicht war es höchste Zeit eine Limitierung der FOPT-Terminals vorzunehmen, das damit auch Arbeitsplätze verloren gehen, bezeichnet er als tragisch, allerdings ist das lediglich die halbe Wahrheit. Der maximale Spieleinsatz wurde auf zwei britische Pfund begrenzt, was die Attraktivität des stationären Wettmodells, das eine Mischung aus Sportwetten und Echtgeld Spielmöglichkeiten anbietet, deutlich schmälert. Hinzu kommt die zunehmende Bereitschaft, traditionsbewusster britischer Wettfreunde, die Online-Präsenz der Betreiber aufzusuchen, wo ein erheblich wettfreundlicheres Einsatzniveau vorhanden ist.

Welche Aspekte nehmen Einfluss auf die stationäre Geschäftslage?

Neben der strengeren Regulierung örtlicher Wettangebote ist vor allem die Branche für den derzeitigen Wandel verantwortlich. Es findet seit Jahren innerhalb der Wett- und Glücksspielbranche eine Konsolidierung sowie eine Zunahme von Anbietern statt. Dabei orientieren sich die meisten am weniger kostspieligen Online-Markt, der eindeutig attraktivere Angebote möglich macht und obendrein mit komfortablen Zugriffsmöglichkeiten punktet. Branchenstatistiken deuten darauf hin, dass die Wettfilialen in britischen Städten bereits vor den umfassenden neuen Regelungen rückläufig waren.

Die staatliche Regulierungsbehörde – Gambling Commission UKGC berichtete schon im vergangenen Jahr darüber, dass die Einnahmen an den landesweiten Rennbahnen und Wettannahmestellen der örtlichen Buchmacher zwischen 2015 und 2018 um über 600 Millionen Pfund Sterling zurückgingen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Umsätze im Bereich der Online-Wetten von 4,6 Milliarden um gut eine Milliarde Pfund Sterling auf 5,6 Milliarden.

Ungewöhnliche Maßnahmen für den Erhalt der Einkaufsstraßen

Als einer der ältesten und größten Anbieter von Sportwetten in Großbritannien geht William Hill einen Weg der Konfrontation. Aktuell sieht man über ein Drittel aller Ladengeschäfte in Gefahr, aufgrund der neuen Einsatzreglementierung der Regierung sind nicht mehr 100 £, sondern nur noch 2 £ Einsätze an den FOBTs möglich. Diese machen in einigen Geschäften über die Hälfte aller Umsätze aus. Da es aufgrund von Brexit und damit einhergehenden wirtschaftlichen Problemen vielen belebten Geschäftsstraßen nicht so blendend geht, wäre ein Wegfall der Wettbüros umso tragischer.

Vermieter hätten es wohl vielerorts schwer, einen adäquaten Nachmieter zu finden. Aus diesem Grund versucht das Wettunternehmen, einen Mietnachlass zu erwirken, um die Verluste halbwegs ausgleichen zu können. Letzten Endes ist es fair, wenn auch mit einem dreisten Beigeschmack, dass William Hill seine Vermieter darüber in Kenntnis setzt und auf Nachlass plädiert. Das Motto könnte lauten: Besser halbe Miete als Leerstand!